Eine besonders geeignete Rasse.
Die Landschaftspflege ist ein wichtiger Bestandteil des Naturerhalts und der nachhaltigen Landwirtschaft. Sie trägt dazu bei, wertvolle Lebensräume zu erhalten, die Biodiversität zu fördern und traditionelle Kulturlandschaften zu bewahren. Neben technischen Maßnahmen spielen Weidetiere eine zentrale Rolle. Besonders Jakobschafe haben sich dabei als außerordentlich geeignete Rasse erwiesen. Jakobschafe sind eine alte, robuste Schafrasse, die vermutlich ihren Ursprung im Nahen Osten fand und seit Jahrhunderten in Europa gehalten wird.
Charakteristisch sind ihre auffällige Scheckung in Schwarz und Weiß sowie im Besonderen ihre Vielhörnigkeit, welche zu imposanten Gehörnen heranwachsen kann und sie unverwechselbar macht.
Sie gelten als widerstandsfähig, anspruchslos und anpassungsfähig an unterschiedliche Landschaftsformen. Jakobschafe sind aufgrund ihrer Eigenschaften hervorragend für die Landschaftspflege geeignet, so vereinen sie die Fresseigenschaften von Schafen und Ziegen gleichermaßen. Sie verbeißen mit Vorliebe Gehölze und schrecken vor stachelbewehrtem Wildobst wie Schlehe und Brombeere nicht zurück. Besonders die Winter- oder Ganzjahresbeweidung eignet sich besonders, um derartig schwer zu bekämpfende Pflanzen nachhaltig zurückzudrängen. Ebenso lieben sie Rosen und verbeißen Disteln und Brennnessel vornehmlich, wenn diese in Blüte stehen.

Mit Hilfe ihrer Hörner schaffen sie es, größere Gehölze durch “fegen” der Rinde nachhaltig zu schädigen, so dass diese absterben. Die Rinde von Obstgehölzen, Weiden und Pappeln sind für sie im Winter besondere Leckerbissen und eine willkommene Nahrungsergänzung.
Mit einer entsprechenden Baumsicherung lassen sich hervorragend Streuobstwiesen mit Jakobschafen pflegen. Mit einer angepassten Gewöhnung an das Futter sind sie in der Lage, Fallobst auch in größeren Mengen zu verdauen.
Ihre robuste Gesundheit und hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen eignet sich hervorragend für die ganzjährige Freilandhaltung. Anspruchslos in der Fütterung, kommen sie mit mageren Weiden und kargen Landschaften gut zurecht. Sie halten Flächen offen und verhindern Verbuschung. Durch selektives Fressen schonen sie die Weide und begünstigen so ein vielfältiges und artenreiches Pflanzenwachstum. In ihrem Vlies und den Exkrementen nehmen sie Samen auf und verbreiten diese als “Samentaxen” in der freien Landschaft. Als alte Nutztierrasse verfügen sie über eine gute Geländegängigkeit, so können sie auch auf steilen, schwer zugänglichen Flächen eingesetzt werden.
Durch den Einsatz von Jakobschafen in der Landschaftspflege lassen sich wertvolle Biotope erhalten. Insbesondere Magerrasen, Heideflächen und Streuobstwiesen profitieren von ihrer Beweidung. Darüber hinaus haben Jakobschafe eine hohe kulturhistorische Bedeutung, da sie zu den ältesten bekannten Schafrassen zählen. Ihr Einsatz trägt somit nicht nur zum Naturschutz, sondern auch zur Bewahrung historischer Nutztierhaltung bei.
Markus Körfer
